Neujahrsempfang im Buchfinkenland beleuchtete die Frage „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“

16. Januar 2019

Horbach. Aufgrund struktureller Nachteile stellt sich im südlichsten Teil des Westerwalds die Frage: „Ist das Glas halb voll oder halb leer“

Antworten darauf wurden beim traditionellen Neujahrsempfang im Seniorenzentrum Ignatius-Lötschert-Haus in Horbach gesucht. Doch es wurde auch gefeiert. 

Die Begrüßung erfolgte durch Heimleiter Franz Schmitz und seine Frau Angela Schmitz-Buchholz, die als Folksduo „Orange Moon“ die Gäste mit dem Lied „Für immer jung“ auf den Abend einstimmten.

Im Anschluss erläuterte Bernd Höhne, Geschäftsführer der Stephan GmbH, die Vorteile des Buchfinkenlandes. Intakte Natur, gute Verkehrsanbindungen, günstige Lebenshaltungskosten und ein zunehmend gutes Kulturangebot sprechen für den südlichen Westerwald. Diese Vorteile sollen mehr Arbeitnehmer ins Buchfinkenland locken. Deshalb ist aus seiner Sicht, wirtschaftlich gesehen, das Glas in der Kleinregion nicht halb leer.

Auch Dieter Knopp, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Montabaur, äußerte sich ebenfalls zur momentanen Arbeitsmarktlage. Bei einer Arbeitslosenquote von derzeit 2,5 % im Westerwald ist fast die Vollbeschäftigung erreicht. „Das wird sich in diesem Jahr nicht spürbar ändern und der Arbeitsmarkt in der Region trägt damit zum soziale Frieden bei“, so Knopp. Er wies jedoch auf das immer stärker in den Vordergrund tretende Problem des Fachkräftemangels hin. Die Arbeitsagentur unternimmt mit der Qualifizierung Ungelernter und dem Engagement der Berufsberatung einiges, um diesem Trend zu begegnen. 

Auf besonderes Interesse stieß das Statement des langjährigen Gackenbacher Ortsbürgermeisters Uli Weidenfeller zur Kommunalpolitik. „Kommunalpolitiker müssen Optimisten sein, sonst fehlt ihnen die Grundlage, um gestalten zu können“, brachte der Ortschef seine Erfahrungen auf den Punkt. Zudem wird das Leben im Dorf bunter, was auch mit der Ausweisung von Neubaugebieten angestrebt wird. Im Buchfinkenland und darüber hinaus sind alle Gemeinden schuldenfrei und stark vom Ehrenamt geprägt. Im Hinblick auf die Kommunalwahl 2019 ist sich Weidenfeller sicher, dass sich für die Liste „Bürger/innen für Gackenbach“ genug Kandidatinnen und Kandidaten finden. 

Neben den Einschätzungen zu Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Kommunalpolitik wurde auch das kulturelle Leben im Buchfinkenland thematisiert. Alfred Labonte, langjähriger Vorsitzender des MGV Cäcilia Horbach und Vorsitzender des Sängerkreises Westerwald, äußerte sich zu den Chören in der Region. Zwar steht die Chormusik in starker Konkurrenz zu anderen Freizeitbeschäftigungen, dennoch übernimmt sie eine wichtige soziale Funktion in der Region. 

Die Diskussion, ob das Glas halb voll oder halb leer sei, ging anschließend noch bis in den späten Abend hinein. 



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